„Die grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Rehabilitation ist eine perfekt sitzende Prothese. Das kann gerade in den ersten Monaten nach Amputation nur durch engmaschige Kontrollen und regelmäßige Anpassungen gewährleistet werden."

Toetschinger

Gerhard Tötschinger
Orthopädietechniker

Unser Orthopädietechniker ist täglich für Sie da – von kleinen Korrekturen im Schaftbereich, über die Kontrolle des regelgerechten Aufbaus bis hin zum Tausch von Passteilen wird jederzeit gesorgt.

Die Wahl der richtigen Prothese ist ein umfassender Prozess, indem der verschreibende Arzt mit seinem multiprofessionellen Team und einem Orthopädietechniker das passende Produkt finden muss. Die wichtigsten Entscheidungskriterien sind das Alter und die generelle körperliche Verfassung des Patienten. Die Prothese sollte möglichst leicht sein, Standsicherheit bieten und einfach in der Handhabung sein. Auch die Druckfreiheit im Bereich der Gefäß- und Nervenbahnen sollte gewährleistet sein.

Im ersten Schritt sollten Sie mit einer Behelfsprothese versorgt werden, die mit wenig Aufwand laufende Anpassungen ermöglicht und eine Frühmobilisation erlaubt. Diese frühe Beweglichkeit ist wichtig, um die Verschlechterung von Grund- und Nebenerkrankungen sowie den Kraftverlust durch Bettlägerigkeit möglichst zu verhindern.

Die Verschreibung einer langfristigen, individuell angefertigten Prothese kann nur über Beobachtung und längere Zeit korrekt erstellt werden. In Anbetracht der Unmenge von technischen Versorgungsvarianten bleibt der ideale Prothesenaufbau eine Herausforderung, die nur während dem stationären Rehabilitationsaufenthalt zufriedenstellend geklärt werden kann.

Der Umstieg auf eine definitive Prothese wird nach erfolgter vollständiger Stumpfabheilung, in der Regel ab vier Monaten nach Amputation im Unterschenkel und ab sechs Monaten im Oberschenkel, empfohlen. Mit der definitiven Prothese kann der Grad der Mobilität noch einmal deutlich verbessert werden, weil bei einem stabilen Stumpf der Schaft exakter angepasst werden kann, sodass mehr Sicherheit während des Gehens entsteht. Die definitive Prothese erlaubt schließlich auch den Aufbau mit verbesserten Materialien wie Karbonfedern, um ein physiologisches Gangbild und Sportfähigkeit zu ermöglichen. Wir empfehlen zu diesem Zweck einen zweiten Rehabilitationsaufenthalt zur Versorgung sechs Monate nach Amputation durchzuführen, um den Umstieg von der Behelfsprothese auf die definitive Prothese unter entsprechender Optimierung durchführen zu können.

GS 07188 GS 07185 GS 07177

Es ist wichtig, dass Sie auf eine umfangreiche Austestung und den perfekten Sitz Ihrer Prothese bestehen, bevor die Verrechnung freigegeben wird, denn in dem Moment, indem Sie den Verordnungsschein der Versicherung unterschrieben haben, gilt die Prothese als fertig und damit sind weitere Änderungen erneut verschreibungs- und kostenpflichtig.