GangLabor1

Gehen ist ein sehr komplexes Zusammenspiel von Bewegungen der Gelenke, selektiv gesteuerter Aktivität der Muskeln und Positionswahrnehmung, die es einem Menschen ermöglichen, sich mit einer bestimmten Geschwindigkeit in eine von ihm gewählte Richtung zu bewegen. Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungen und Behinderungen, die dieses Zusammenspiel stören können. Die Ganganalyse soll die Art der Störung erkennen oder sichtbar machen, um dann ein Konzept zur Korrektur dieser Störung erstellen zu können.

Die Ganganalyse definiert man als die Gesamtheit der Analyse der Fortbewegung, denn schon geringe Einflüsse können dazu führen, dass ein Gangbild vom individuellen „normalen Gangbild" abweicht.

Das kann unser Ganganalyseteam für Sie leisten:

  • Kinematische Analyse durch den so genannten Schwungphasenbefund: hier werden Geschwindigkeiten, Beschleunigungen und Winkelgrade gemessen. Frontalkameras ermöglichen auch die seitlichen Abweichungen von der Gangrichtung („Spur") festzuhalten.
  • Feedback: Ein Monitor mit Videovektorsystem kann sowohl zur Körper- und Gleichgewichtskontrolle als auch zur Aufbaukontrolle bei Prothesenanpassungen genutzt werden.
  • Kinetische, dynamische Analyse durch unseren Belastungsbefund: Erfassung von Kräften bzw. Momenten durch dreidimensionalen Kraftmessplatten.
  • Die Beinlängendifferenzmessung mittels des standardisierten Messsystems (MLCP mit retroreflektierenden Markern und dreidimensionaler Kraftvektorenmessung in Kombination mit einem Laser-Wasserwaagen Dual-Nivellierungsset) wird ebenfalls mit Hilfe der Kraftmessplattformen optimiert, da zusätzlich zur optischen Messung auch eine eventuelle Fehlbelastung durch den Patienten ausgeschlossen werden kann.

All diese erhobenen Befunde dienen ÄrztInnen und TherapeutInnen als Entscheidungsgrundlage und den PatientInnen unmittelbar als Feedback-Methode und kommen der Qualität der Behandlungen zugute.

Unsere PatientInnen haben im Laufe ihres Aufenthaltes eine ganganalytische Aufnahme- und Entlassungsuntersuchung in unserem hauseigenen Ganglabor. Hierbei werden sie, während sie auf der Teststrecke („Laufsteg") gehen, vermessen und über ein System analysiert. Der Zeitaufwand beträgt je nach Untersuchung ca. 15 Minuten.